Reaktion
06. Juni 2005
Liebe Musik-Kollegin, lieber Musik-Kollege
Der Trend geht offensichtlich zur Profilierung der Schulen durch Profilbildung. Um diese zu befördern, sind bekanntlich Stundenpools in der SEK I gebildet worden, in welche die meisten Fächer scheinparitätisch je eine Stunde abgeben, um diese evtl. teilweise oder ganz zurückzubekommen oder um womöglich – eben bei entsprechender Profilbildung – sogar eine Ausweitung zu erfahren.
Wir hören, dass in nicht wenigen Schulen in Bezug auf Musik alles beim Alten bleibt. Das ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut; denn unsere Forderung heißt seit Jahren: Musik muss in der ganzen SEK I wieder zweistündig unterrichtet werden - wie das bis 1993 der Fall war!
Wir hören aber auch von Schulen, in denen Musik an den Rand gedrängt wird und durchgehend zum Ein-Stundenfach gemacht wurde oder werden soll und dass mitunter der offene Krieg unter Fächern bzw. zwischen Kolleg/inn/en ausgebrochen ist.
Und an welcher Schule wird Musik ausgeweitet?
Je unterschiedlicher die konkreten Stundentafeln der Schulen ausfallen, desto unverbindlicher wird ein allgemeiner Anspruch an unser Fach. Ehrgeizige Rahmenlehrpläne und ihre Konkretisierungen für die einzelne Schule verlieren in dem Maße an Bedeutung für die Alltags-Praxis, wie durch Einstündigkeit der Erwerb elementarer Kenntnisse und die Entwicklung von Grundfähigkeiten gefährdet sind.
Wir hoffen zwar auf die Vernunft der Kollegen, Eltern und Schüler in den meisten Schulen und wir hoffen, dass es nicht zu einem misstönenden Kahlschlag kommt - schließlich werden Schul-Bands, -chöre, -orchester und Musik-Ensembles jeglicher Art als Aushängeschild immer gern genommen. Dennoch haben wir den Eindruck, dass die Berliner Schulmusik an einem Scheideweg bezüglich ihrer zukünftigen Möglichkeiten und Perspektiven steht, und darum verstärkte Beobachtung und Klärung der Situation angezeigt sind.
Wir haben deshalb umseitige Fragen zusammengestellt und bitten um deren geneigte Beachtung und Beantwortung, um die gegenwärtige Lage im Hinblick auf die Zukunft genauer erfassen zu können.
Mit bestem Dank grüßt
Hubert Kolland
Fragebogen (PDF, 90 KB)


